Ich werde oft nach gesunden Zuckeralternativen gefragt und die Antwort war bisher gar nicht so einfach. Nach vielen Jahren Ausprobieren und Informieren war ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es wahrscheinlich keine perfekte Alternative gibt.
Wenn es süß schmeckt, hat es meistens auch einen Nebeneffekt oder zumindest einen Nebengeschmack. Deshalb sind für mich die anderen Zucker, die man regulär im Handel bekommt, zwar eine Alternative, aber leider auch nur ein kleineres Übel. Schade.
Meiner Meinung nach ist die einzig wahre Lösung den Süßgeschmack wieder auf normal zu bringen, das Verlangen nach Süßem zu reduzieren und den täglichen Bedarf auf ein Minimum zu bringen.
Dann ist es auch nicht so tragisch, wenn man ab und zu die handelsüblichen Alternativen nutzt.
Nachfolgend findest du eine Auflistung der Zuckeralternativen mit ihren Vor- und Nachteilen.
In Woche 7 gibt es dann noch eine erfreuliche Neuigkeit zum Thema gesunde Zucker.
Das wohl älteste aller Süßungsmittel ist der Honig und die Blütenpollen. Besonders Letztere bringen eine Vielzahl an Nährstoffen mit und haben so den Ruf eines gesunden Lebensmittels. Doch sollte diese Eigenschaft lieber nicht als Freifahrtschein interpretiert werden: Honig und Pollen sind leider auch sehr große Fructoselieferanten und die werden nicht anders verstoffwechselt als die Fructose im Haushaltszucker.
Ab und zu, in Maßen und roh konsumiert – so wie es früher der Fall war, als man nur selten ein Bienennest plünderte, – ist Honig bestimmt eine bessere Alternative als Industriezucker.
Auch wenn es auf den ersten Blick unnötig erscheint, Honig aus der Bioproduktion zu kaufen, fällt die Wahl bei genauerem Hinsehen doch besser auf diese Variante. Die Bienen werden in der konventionellen Honigproduktion schon prophylaktisch mit Antibiotika im Trinkwasser versorgt und dürfen mit Medikamenten behandelt werden, deren Rückstände dann im Honig landen.
Für die Bienen in der biologischen Haltung ist eine Behandlung mit chemisch erzeugten Medikamenten verboten, die Bienen dürfen keine Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen sammeln und der Honig darf keine Rückstände aus Pestiziden oder Insektiziden enthalten.
Und biologischer Honig hat noch einen anderen Vorteil: Er ist teuer und daher wird er meist sehr viel sparsamer eingesetzt.
Mehr Informationen dazu kannst du in der interessanten Dokumentation: »More Than Honey« erhalten.
Vorteile:
in roher Form ein Nährstofflieferant
Nachteile:
Honig wirkt im Körper wie normaler Zucker und enthält viel Fructose.
Datteln sind sehr süße Trockenfrüchte, die man aufgrund ihrer relativ neutralen Süße gut zum Süßen von anderen Speisen nutzen kann. Sie enthalten viele Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Magnesium, Vitamine und die Aminosäure Tryptophan. Das alles macht sie zu einem deutlich besseren Produkt als Saccharose. Aber auch Datteln sind ein großer Fructoselieferant, besonders wenn es sich um die getrocknete Variante handelt, die übrigens unreif geerntet wird. Wer es schafft, ein bis zwei Datteln zu essen und dann die Finger davon zu lassen, hat in Datteln durchaus einen etwas gesünderen Zucker gefunden, aber in den meisten Fällen bleibt es leider nicht dabei.
ein relativ naturbelassenes Produkt mit vielen mitgelieferten Mineralien und Vitaminen
Der Zuckergehalt der Dattel ist durch die Trocknung sehr hoch und konzentriert. Der Fructose- und Glucosegehalt liegt jeweils bei etwas über 30 % – mit allen schon erwähnten Nachteilen für unseren Stoffwechsel. Allerdings liefert die Dattel viele Faserstoffe mit, die die Übergabe ans Blut verlangsamen. Diese Ballaststoffe werden nur meistens schon vorher zerkleinert, wenn die Dattel als Süßungsmittel (z. B. in Dattelsirup) genutzt wird.
Bei gekauftem Dattelsirup handelt es sich übrigens um gekochten Dattelsaft, der dadurch ärmer an Nährstoffen ist. Bei Sirup ist die selbstgemachte Variante zu bevorzugen (Datteln mit Wasser so lange mixen, bis eine Art Sirup entsteht).
Bei der Herstellung wird Reismehl in Wasser aufgelöst, erwärmt und anschließend verwandeln Enzyme die Reisstärke in Zuckerstoffe. Nach dem Ausfiltern der festen Bestandteile wird die süße Flüssigkeit zu Sirup eingedickt.
Reissirup wird nicht durch ein „chemisches Verfahren“, sondern durch Fermentation und Wärme gewonnen.
Reissirup enthält keine Fructose, sondern ca. 30 % Glucose und ca. 45 % Maltose (Zweifachzucker, bestehend aus zwei Glucose-Einheiten).
Der Anteil an langkettigen Zuckern (Oligosacchariden bestehend aus mehr als zwei Glucose-Einheiten) liegt bei über 20 %. Das ist im Vergleich zu anderen Zuckern hoch. Langkettige Zucker werden sehr langsam verstoffwechselt und sorgen für einen stabileren Blutzuckerspiegel.
Im Vergleich zu anderen Zuckern ist der Anteil an natürlichen Mineralstoffen relativ hoch.
Reissirup kann von allen Zellen im Körper verstoffwechselt werden; die Leber bleibt von ihm relativ unbelastet.
Reissirup beeinflusst den Blutzuckerspiegel; allerdings weniger als Saccharose. Die in ihm enthaltenen Zweifach- und Mehrfachzucker müssen vom Organismus vor der Übergabe ins Blut erst in Einfachzucker aufgespalten werden, deshalb steigt der Blutzuckerspiegel im Vergleich zu reiner Glucose langsamer an.
Reissirup ist weniger süß als Haushaltszucker und man benötigt ca. 50 % mehr um die gleiche Süßkraft zu erreichen.
Reismalz-Sirup wird mit einem Teil gekeimter Gerste hergestellt und enthält deshalb ca. 1 % Fructose. Dafür sind die Anteile der Zwei- und Mehrfachzucker günstiger für unseren Stoffwechsel: Glucose 11 %, Maltose 46 % und der Anteil an langkettigen Zuckern liegt bei 38 %. - Aber das 1 % Fructose kann es in sich haben!
Dicksäfte sind durch Einkochen eingedickte Fruchtsäfte. Sie enthalten keine Faserstoffe mehr. Diese sind für uns aber so wichtig, da sie dafür sorgen, dass der Fruchtzucker langsam an unser Blut weitergegeben wird.
Auf den ersten Blick klingen diese Dicksäfte gesund, da sie meist zu 100 % aus Früchten gewonnen werden. Durch die Verarbeitungsweise handelt es sich aber beim Endprodukt fast nur um den isolierten Teil der Fructose aus diesen Früchten. Der Fructoseanteil in den Dicksäften liegt meistens bei Werten bis zu 90 %. Handelt es sich nicht um Rohkostvarianten der Dicksäfte, dann sind bei der Produktion durch das Erhitzen die meisten Vitamine und Enzyme verloren gegangen.
Um Ahornsirup zu produzieren wird der Saft aus Ahornbaumstämmen abgezapft und anschließend so lange gekocht, bis ein dicker Sirup entsteht. Immer wieder werden die gesunden Eigenschaften von Ahornsirup, wie z.B. hoher Mineralstoffgehalt, reichlich Antioxidantien, entzündungshemmende Wirkung und Antibiotika-unterstützend, genannt, aber all das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich auch hier um einen Zucker handelt, der zu schnell in unser Blutsystem übergeben wird.
Im Vergleich zu Haushaltszucker enthält Ahornsirup weniger Saccharose. Der Anteil liegt bei ca. 70 %, wobei auch hier die Angaben unterschiedlich sind. Im restlichen Anteil sind ca. 1 % Fructose und 2 % Glucose enthalten, sowie diverse Vitamine und Mineralien.
Er beeinflusst den Blutzuckerspiegel weniger stark als Haushaltszucker.
Im Vergleich zu Agavendicksaft liegt sein Fructosegehalt nur bei etwa der Hälfte.
Ahornsirup ist relativ teuer.
Auch wenn der Zuckeranteil im Ahornsirup niedriger ist als im Haushaltszucker, liegt der Fructoseanteil – nach der Aufspaltung der Saccharose – immer noch bei bis zu 40 %. Das ist zwar im Vergleich zu Agavendicksaft wenig, aber absolut gesehen immer noch sehr viel.
Ahornsirup wird im Allgemeinen viel gesünder als Saccharose eingeschätzt und daher wird in der Menge oft stark übertrieben. Klassische Pfannkuchen werden selten mit nur 2 Teelöffeln Ahornsirup gegessen.
Yacon-Sirup wird aus den Wurzeln einer Anden-Pflanze hergestellt und ist in Südamerika, ebenfalls wie Stevia, seit Jahrhunderten im Einsatz. Bei uns fällt Yacon seit einer Weile nicht mehr unter die Novel-Food-Verordnung* (neues oder neuartiges Lebensmittel) und ist seit dem für den Handel zugelassen.
Yacon ist in Deutschland als Wurzel, Pulver oder Sirup erhältlich. Für den Sirup werden die Wurzeln gepresst und der dadurch erhaltene Saft zu Sirup eingedickt. Yacon-Sirup wird derzeit in den USA als das Diät-Wundermittel verkauft.
* Diese Zulassung trifft für Lebensmittel zu, die in der Europäischen Gemeinschaft noch nicht in nennenswertem Umfang für den menschlichen Verzehr verwendet wurden und deshalb mit Verzehrmengen-Empfehlungen verkauft werden. Weitere Informationen dazu hier:
https://www.bfr.bund.de/de/neuartige_lebensmittel__novel_food_-215.html
Yacon-Sirup besteht zu fast 50 % aus Fructooligosacchariden, sogenannten Präbiotika, das heißt, es sind unverdauliche Kohlenhydrate (Ballaststoffe), die von den Verdauungssäften nicht aufgeschlossen werden können, im Darm aber den nützlichen Darmbakterien als Nahrung dienen und so die Verdauung regulieren (Angeblich hilfreich bei Verstopfung UND Durchfall).
Da die Fructooligosaccharide unverdaulich sind, werden sie auch nicht ans Blut weitergegeben, haben keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und sind für Diabetiker geeignet.
Yacon-Sirup schmeckt süß und fruchtig.
Yacon-Sirup ist kalorienarm (1/3 von Saccharose).
Angeblich hilft Yacon bei Diabetes, Nierenkrankheiten und Verdauungsbeschwerden.
Der Sirup und das Pulver sind sehr teuer.
Angeblich soll der Sirup 25 % freie Fructose enthalten.
Das Produkt wird im Moment sehr gehypt und es werden ihm viele Wundereigenschaften zugeschrieben. Es bleibt abzuwarten, was am Ende der Wahrheit entspricht. Ähnlich verhält es sich auch mit der Mönchsfrucht, der chinesischen Frucht Luo Han Guo. Ihr werden ebenfalls besondere Qualitäten nachgesagt, aber auch hier sollten wir noch etwas abwarten, bis Genaueres bekannt wird. Auch der Manuka-Honig klingt verheißungsvoll. (Vielleicht haben wir in Zukunft doch noch die Chance auf ein gesundes Süßungsmittel?)
Ich habe den Yacon-Sirup eine Weile getestet und konnte in der Zeit keine besondere Wirkungsweise feststellen, weder positiv noch negativ. Allerdings ist er sehr lecker!
Für den Kokosblütenzucker wird Nektar aus den Blüten der Kokospalme gesammelt und direkt danach auf traditionelle Art eingekocht, dann getrocknet und vermahlen. Die Produktion bleibt bisher in der Hand von Bauern, da es noch keine industrielle Herstellungsweise gibt. Dadurch ist dieser Zucker relativ naturbelassen.
Angeblich liegt der glykämische Index von Kokosblütenzucker bei 35 (ähnlich wie Vollkornbrot), das ist im Vergleich zu Haushaltszucker (70) sehr gering. Daher soll der Blutzuckerspiegel nur wenig von diesem Zucker beeinflusst sein.
Kokosblütenzucker enthält wenig freie Fructose.
Kokosblütenzucker schmeckt karamellig süß und kann Haushaltszucker sehr gut ersetzen.
Er liefert Mineralien und Vitamine mit, besonders auch die im Haushaltszucker fehlenden Vitamine.
Betrachtet man die wenigen Quellen, die die Zusammensetzung von Kokosblütenzucker angeben, kann man folgende Werte finden: um die 90 % Saccharose (Zweifachzucker bestehend aus der Verbindung von je einem Glucose- und einem Fructosemolekül), ca. 2 % Glucose und 2 % Fructose.
Es leuchtet mir nicht ein, warum ein Zucker, der fast genauso zusammengesetzt ist wie Saccharose – bis auf ein paar Mineralien und Vitamine – sehr viel langsamer verstoffwechselt werden sollte, als Haushaltszucker. Ich zweifle den niedrigen GI-Wert an und bin gespannt, was in Zukunft darüber berichtet wird.
Nachdem die Saccharose im Kokosblütenzucker aufgespalten wird, muss die Leber – wie beim Haushaltszucker – fast 50 % Fructose verarbeiten.
Kokosblütenzucker ist teuer.
Im Eigentest habe ich Kokosblütenzucker als sehr lecker empfunden. Er sättigt sehr und verleitet nicht dazu, sehr viel davon zu essen. Allerdings hat er mich wieder an Süßes gewöhnt und am nächsten Tag Nachschub verlangt – und ich habe an Gewicht zugenommen.
Ganz ähnlich verhält es sich übrigens auch mit Palmzucker. Ihm werden fast die gleichen Qualitäten nachgesagt, aber auch hier sind die Angaben sehr zweifelhaft.
Stevia wird aus den Blättern der südamerikanischen Stevia-Pflanze gewonnen. Auch diese Pflanze wird in Südamerika seit vielen hundert Jahren genutzt. In Japan wird sie ebenfalls im großen Stil eingesetzt. In der EU fällt Stevia unter die Novel-Food-Zulassung.
Es gibt Stevia in verschiedenen Varianten: Stevia-Blatt-Pulver, reines Stevia-Granulat, Pulver oder Tabs mit hauptsächlich Füllstoffen, flüssiger Extrakt (mit Wasser und Glycerin und meist auch weiteren Zusatzstoffen), getrocknete Blätter und ganze Stevia-Pflanzen im Topf.
Stevia hat keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und schont so die Bauchspeicheldrüse. Es löst auch keinen erneuten Hunger aus, da es zu keiner anschließenden Unterzuckerung kommt.
Stevia ist kalorienfrei.
Steviolglycoside (die bisher 10 entdeckten Süßstoffe in den Stevia- Blättern) werden erst im Dickdarm verstoffwechselt. Hier werden die Glucose-Einheiten abgetrennt und das verbleibende Steviol (chirales Diterpen, geschmacklos) wird im Blut über die Pfortader direkt an die Leber weitergegeben, dort weiterverarbeitet und dann über den Urin ausgeschieden. Es hat keinen weiteren Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel.
Trotz anfänglicher Zweifel wird Stevia heute als unbedenklich betrachtet.
Stevia ist 300- bis 450-mal (Angaben variieren) süßer als Zucker und schwierig zu dosieren, gewohnte Rezepte sind wegen der fehlenden Masse schwierig mit Stevia umzusetzen.
Deshalb werden viele Stevia-Produkte mit Füllstoffen (z.B . Erythrit oder Maltodextrin, auch Zuckerarten) versehen, oft zu über 95 %.
Die Granulat- und Extrakt-Versionen sind stark verarbeitet und ebenfalls isolierte Stoffe. Die süßen Anteile der Pflanze können nur durch ein chemisches Verfahren herausgelöst werden.
Stevia kann schnell überdosiert werden und schmeckt dann unangenehm.
Die unterschiedlichen Glycoside schmecken unterschiedlich süß, einige schmecken auch bitter: „Um den bitteren Geschmack zu reduzieren, kann Stevia mit dem Enzym Cyclodextrin-Glucanotransferase behandelt werden. Das Enzym wird aus dem Bakterium Geobacillus stearothermophilus hergestellt. Dazu wird der Pflanzenextrakt mit Dextrin vermischt und zusammen mit dem Enzym erhitzt. Die Mischung reagiert für 20 bis 40 Stunden. Danach wird das Enzym durch Kochen zersetzt. Anschließend wird das Gemisch mit alpha- und beta-Amylasen behandelt und nochmals gereinigt. Durch die Enzymbehandlung entstehen Verbindungen aus Glucose und den Glykosiden aus der Steviapflanze mit dem Namen alpha-glykolisierte Steviol-Glykoside. In den USA sind einige Produkte mit enzymatisch verändertem Stevia als ‚Generally Recognized As Safe‘ (GRAS) zugelassen, in der EU sind diese Produkte nicht zugelassen.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Stevia
Für alle, die gerne auf Stevia umsteigen wollen und im Supermarkt auf Produkte treffen, die „mit Stevia gesüßt“ wurden: Achtet bitte darauf, dass nur 30 % der Süßungsmittel in dem Lebensmittel aus Stevia bestehen dürfen. Der Rest ist meist normaler Zucker. Dies ist gesetzlich so geregelt und man kann sich fragen, wer da wohl die Finger im Spiel hatte.
Stevia kann gut mit anderen Zuckerarten kombiniert werden. Es verstärkt die Süßkraft, deshalb kann von anderem, besser schmeckenden Zucker weniger genommen werden.
Xylit sieht ähnlich aus wie Haushaltszucker, schmeckt sehr ähnlich und ist auch ähnlich stark verarbeitet wie Saccharose. Die Kristalle werden aus Birkenrinde oder Maiskolben hergestellt.
Birkenzucker ist ein Zuckeralkohol und unterscheidet sich strukturell von den üblichen Zuckerarten, es enthält keine Glucose oder Fructose.
Xylit lässt den Blutzuckerspiegel verhältnismäßig wenig ansteigen. Die Bauchspeicheldrüse muss deshalb kaum Insulin ins Blut abgeben.
Durch das fehlende Hoch des Blutzuckerspiegels kommt es auch nicht zu einem anschließenden Abfall. Man bleibt also lange satt und zufrieden. Kuchen mit Xylit fördert nicht unbedingt ein erneutes Naschen; Zuckersüchtige können allerdings schon alleine durch den süßen Geschmack getriggert werden.
Xylit fördert keinen Karies, es verhindert ihn sogar. Das Milieu im Mund verändert sich nach einer Xylit-Spülung so, dass die Kariesbakterien verhungern müssen.
Xylit ist hygroscopisch (wasseranziehend). Es bindet im Dünndarm sehr viel Wasser an sich und kann bei seltenem und übermäßigem Verzehr abführend wirken. Der Körper kann sich aber langsam daran gewöhnen. Ein Großteil des Xylits passiert dann den Dünndarm und wird erst im Dickdarm durch Bakterien zerlegt. Hier kann der Zucker aber die Darmflora durcheinander bringen und für ein Ungleichgewicht der Bakterien sorgen. Und das führt bekanntlich zu weit größeren Problemen in unserem System.
Xylit ist ein noch relativ junges Produkt auf dem Markt und wurde noch nicht so genau unter die Lupe genommen. Keiner weiß, was sich da noch zeigen wird. Im Moment würde ich aber sagen: besser Xylit als Haushaltszucker. Xylit ist, genau wie Saccharose, isoliert und kein vollwertiges Lebensmittel. Es liefert keine weiteren Nährstoffe und der Körper muss eigene Reserven nutzen, um diesen Zucker zu verstoffwechseln.
Wichtig für Tierhalter: Birkenzucker kann für Hunde tödlich sein. Am besten in gut verschließbaren Behältern aufbewahren und den Hund nicht mit Kuchen füttern.
Xylit kann man in verschiedenen Qualitäten finden. Es gibt Birkenzucker, der wirklich aus Birkenrinde (Finnland) hergestellt wurde. Man kann auch eine etwas günstigere Variante erwerben, die aus Mais (China) gemacht wurde. Genau diese Sorte ist etwas in Verruf geraten, da es sich dabei manchmal um genmanipulierten Mais handelt.
Erythrit ist ebenfalls ein Zuckeralkohol. Die Süßkraft ist etwas geringer als bei Zucker, dafür ist Erythrit aber fast kalorienfrei.
Dieser Zucker wird durch Fermentation von Glucose aus Weizen- und Maisstärke durch Hefepilze gewonnen.
Erythrit wird schon fast vollständig (90 %) im Dünndarm verstoffwechselt und ins Blut weitergegeben und wird danach über die Nieren ausgeschieden. Die Bakterien im Dickdarm bleiben von ihm weitestgehend unbeeinflusst. Aus diesem Grunde ist Erythrit auch meistens besser verträglich als andere Zuckeralkohole.
Vorteile:
Erythrit ist ein Zuckeralkohol und unterscheidet sich strukturell von den üblichen Zuckerarten, es enthält keine Glucose oder Fructose.
Erythrit lässt den Blutzuckerspiegel nicht ansteigen. Die Bauchspeicheldrüse muss deshalb kaum Insulin ins Blut abgeben.
Durch das fehlende Hoch des Blutzuckerspiegels kommt es auch nicht zu einem anschließenden Abfall. Man bleibt also lange satt und zufrieden. Kuchen mit Erythrit fördert nicht unbedingt ein erneutes Naschen; Zuckersüchtige können allerdings schon alleine durch den süßen Geschmack getriggert werden.
Erythrit wird hauptsächlich über den Urin ausgeschieden und gilt als unbedenklich, auch in größeren Mengen.
Erythrit ist kalorienfrei.
Nachteile:
Erythrit ist aber auch ein sehr junges Produkt auf dem Markt und wir kennen noch keine Langzeitbeobachtungen.
Erythrit ist ein stark verarbeitetes Produkt und kann dem Körper keine weiteren Nährstoffe liefern.